Mauersegler gefunden

Bitte niemals  hochwerfen:

Bereits bei der Ersten Hilfe habe ich versucht deutlich zu machen, dass ein Mauersegler in fachkundigen Händen die besten Chancen hat zu überleben. Ganz besonders gilt dies für gefundene Altvögel und auch für flügge, verunfallte Jungsegler (Segler ab einem Alter von 38 Tagen), mit ihrer Pflege ist nicht nur der Laie sondern auch der nicht spezialisierte Vogelpfleger oftmals überfordert. Deshalb hier noch einmal der Hinweis: Eine Liste von Auffangstationen finden Sie im Internet unter: http://www.wildvogelhilfe.org/aufzucht/auffangstationen.html
Nach Postleitzahlen sortiert, finden Sie die Stationen für Mauersegler mit einem Seglersymbol gekennzeichnet. Bringen Sie den Mauersegler nicht in irgendeine Vogelauffangstation.
 

Altvögel sind meistens derart verängstigt, dass sie kein Futter annehmen. Probleme mit Verwurmung kommen hinzu. Flügge Jungsegler haben instinktiv nur eines im Sinn: Sie wollen starten. Einige nehmen anfangs gierig dass Futter an, sobald sie sich ein wenig erholt haben, ist es damit vorbei. Jungsegler natürlicher Aufzuchten erreichen in ihrer Entwicklungsphase ein Gewicht von bis zu max.60g und fallen ungefähr ab dem 35. Lebenstag bis zum Alter von 42 Tagen auf ein durchschnittliches Startgewicht von ca.40-45g zurück. Wenn Sie einen Maueregler in dieser Entwicklungsphase bekommen, ist es ganz besonder schwierig den Vogel davon zu überzeugen, dass er zu dünn ist. Ich möchte niemandem den Mut nehmen, aber wer die Möglichkeit hat den Vogel in eine Seglerstation zu bringen, der sollte davon auch Gebrauch machen. Dies ist im Sinn des Mauerseglers genauso wie des unerfahrenen Pflegers. Wer einen Jungsegler mit 20 Tagen findet und diesen gut füttern kann, wird mit der Aufzucht weniger Probleme haben, sofern er ihn artgerecht und ausreichend ernährt.

Auch die Altsegler und die flüggen Jungsegler „bekommt man gefüttert“, es braucht nur sehr viel Einfühlungsvermögen und noch mehr Geduld, auf beiden Seiten. Mehr dazu unter Fütterung von Mauerseglern.

Die privaten Auffangstationen für Mauersegler arbeiten ehrenamtlich und müssen auch die Futterkosten selber tragen. Bitte denken Sie bei der Übergabe des Fundvogels daran, dass auch in den kommenden Jahren Hilfe dringend nötig ist. Mehrere Tausend Mauersegler sind jedes Jahr alleine in Deutschland zu versorgen, je nach Wetterlage sind es mehr oder weniger. Viele Stationen können die Kosten nicht mehr tragen, müssen Pfleglinge ablehnen oder ganz aufhören.  Bitte helfen Sie mit, diesen verunfallten Mauerseglern eine zweite Chance zu geben.

 

Stand Dezenber 2016