Mauersegler Nistplatz

Naturnester der Mauersegler

 

Klassische Einflugöffnungen für Mauersegler, hier suchen sie zuerst:

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Mauersegler benötigen einen dauerhaft freien Anflug zum Nistplatz, möglichst in 6m Höhe und höher gelegen. Einige Segler nehmen auch niedrigere Plätze an, wenn diese nicht vor Hindernissen wie z.B. stark befahrenen Straßen gelegen sind, mag das durchaus möglich sein. Die Segler fliegen den Nistplatz gerne von unten an, sind also bei einem niedrig gelegenen Nistplatz gefährdeter. Auch für die Jungsegler kann ein niedriger Platz problematisch werden, da sie beim Ausfliegen meistens erst einmal absacken, um dann kräftig nach oben zu ziehen. Ein Zaun oder eine viel befahrene Straße können da schnell zum töd-lichen Hindernis werden.

 

Künstliche Nisthilfen für Mauersegler

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Nistkästen können gut unter Dachvorsprüngen angebracht werden, möglich ist auch die Kästen vor dem Fenster auf der Fensterbank (diese Kästen kann man zeitlich befristet anbringen von April bis Ende der Brutzeit) oder auf dem Balkongeländer oder an der Decke anzubringen, möglichst gleich für mindestens zwei Seglerpaare. Der Kasten darf auf keinen Fall den ganzen Tag der Sonne ausgesetzt sein, höchstens die Morgentunden bis zum Mittag, oder die Nachmittagsstunden bis zum Abend. Ist ein solcher Platz von Mauerseglern besetzt, lassen sie sich durch uns nicht stören. Der Balkon kann trotzdem genutzt werden, ebenso kann das Fenster weiter geöffnet werden. Vor dem Schlafzimmerfenster platziert, wird man für gute 2 Monate des Jahres durch traumhaft schöne sogenannte Screaming Partys der Mauerseglerkolonie geweckt. Der Wunsch eines jeden Mauerseglerfans!

Geeignet sind auch Mauerdurchbrüche bei denen der Nistplatz im Inneren des Gebäudes liegt. Dabei ist undingt darauf zu achten, dass der hinter dem Mauerduchbruch angebrachte Nistkasten nach innen (ins Gebäude) keinen Durchlass bietet. Es kommt immer wieder vor, dass Mauersegler in Gebäude einfliegen und sich verirren. Sie verdursten und verhungern dort.

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Diese “Villa Bernbeck 2” ist bisher noch nicht angenommen, ganz neu angebracht. Mir wurde ein sensationeller Anflug versprochen, ich bin gespannt.

Man hat schon des öfteren Mauersegler an Schwalbennestern anfliegen oder gar Einfliegen sehen. Hier sollte sdirekt daneben ein Nistkasten angebracht werden, mit geeigneter Grösse für den Mauersegler.

Mittlerweile gibt es auch Mauerseglertürme, sie ähneln den Schwalbenhäusern. Sicher eine Alternative, wenn niemand bereit ist Seglern am Haus einen Nistplatz zu schaffen, aber für mich auch ein Indiz für eine fortschreitende Abgrenzung des Menschen zur Natur.

Mauersegler nisten auch in Mauerlöchern, fliegen hinter Dachrinnen ein, in Rollädenkästen und anderen Ritzen und Hohlräumen.

Die Nistkästen können ganz beliebig den Gegebenheiten angepasst werden, sofern Mindestmaße dabei eingehalten werden. Man kann z.B. den Dachvorsprung eines Giebels komplett verschalen (nach vorne) und dahinter in Nistplätze einteilen. Auch an Gauben suchen Segler gerne nach Nistplätzen, hier können Kästen oder Durchbrüche angebracht werden.

Auch direkt auf dem Dach des Hauses, auf der Dachrinne und den Dachziegeln gelegen, in geeigneter Himmelsrichtung, können gut Nistkästen angebracht werden. Wichtig hierbei ist, das sie sicher sind vor Freßfeinden, d.h. das Einflugloch darf nicht von z.B. Waschbären und Mardern erreicht werden. Eine mit Efeu bewachsene Wand bis zum Dach, wäre hier ein Hindernis. Auch ist sicherzustellen, dass die Einfluglöcher nicht von der Seite für Freßfeinde erreichbar sind, man sollte die Kletterkünste dieser Tiere nicht unterschätzen. Greifvögel und Rabenvögel greifen anfliegende Mauersegler an, wenn sie die Möglichkeit haben auf dem Nistkasten zu sitzen. Dies sollte man unbedingt verhindern (durch z.B. ein kleines Spitzdach aus glattem Plexiglas gut zu verwirklichen).

Mindestmaße für einen Seglerkasten: Die Höhe sollte mindestens 12cm (besser 15cm) betragen, die Grundfläche mindestens der eines DIN A 4 Bogens, also ca. 20cm x ca. 30cm. Größere Kästen sind für die Jungvögel vorteilhafter, sie trainieren gerne die Flugmuskulatur schon im Nistplatz.

Das Einflugloch: Entweder 5cm im Durchmesser oder mindestens 6,5 cm breit und mindestens 3,2cm hoch. Nicht höher als 3cm vom Boden gelegen. Der Abstand zum nächsten Einflugloch sollte ca. 50cm betragen, jedes Mauerseglerpaar benötigt einen eigenen, abgetrennten Brutraum. Eine Dachtraufe z.B. müßte unterteilt werden.

Dachüberstand: Sollte vorhanden sein, als Schutz gegen Witterungseinflüsse. Nicht nötig bei Anbringung unter Dachvorsprüngen.

Aufhängehöhe: Möglichst ab 6m

Sonstige Beschaffenheiten: Der Kasten muss frei sein von Ritzen, z.B. zwischen Dach und Seitenteilen und zwischen Seitenteilen und Boden. Die Mauersegler könnten sich dort bei ihren rasanten Flügen mit den Schwungfedern einklemmen. Sie haben die Angewohnheit bei den Screaming Partys haarscharf an den besetzten Nistplätzen vorbeizusausen. Auch neben den Einfluglöchern (wenn dies z.B. in der unteren Ecke platziert ist) dürfen keine Ritzen sein, in denen die Segler mit den Beinen stecken bleiben können. Wenn sie die Brutplätze erstmals aufsuchen, haben sie die Angewohnheit sich am Loch anzuhängen und rutschen dabei schnell einmal ab.

006Hier kann ein anfliegender Segler mit seinem Bein hängenbleiben.

Solche Pfleglinge bekomme ich jedes Jahr, sofern die Feuerwehr bei der Bergung hilft. Meistens liegen sie in unerreichbarer Höhe für uns. Im letzten Jahr wurde endlich ein solcher Unfallschwerpunkt beseitigt, nachdem ich den zweiten Pflegling mit einem gebrochenen Bein erhalten hatte. Drei Mauersegler sind an der selben Stelle verunfallt, der erste hat sich zu Tode gezappelt, der nächste hat sein Bein dabei verloren, der dritte Segler konnte mit verheiltem Beinbruch wieder starten.

Gefährlich für Mauersegler sind auch kleine Sitzstangen die manchmal an Starenkästen angebracht sind, hier kann es zu schlimmen Brüchen kommen. Auf solche Stangen sollte man unbedingt verzichten, da Mauersegler bei der Nistplatzsuche den Staren oftmals folgen. Die Stare sitzen ebenso gerne auf dem Kasten.

Wer es sich zur Aufgabe gemacht hat, Mauersegler gezielt anzusiedeln sollte unbedingt auch auf die Sicherheit der Vögel achten, oftmals gehen diese Unfälle für den Mauersegler nicht gut aus.

Das Holz des Nistkastens wird unterhalb des Einflugloches aufgerauht, gut geeignet ist auch ein dünnes, ca. 3mm starkes Rundholz, das unterhalb des Einflugloches auf das Holz geleimt wird. Das Einflugloch selber muß an den Rändern gut gehobelt werden, damit sich die Mauersegler das Gefieder nicht beschädigen. Auch der Innenraum sollte kein glattes Holz haben, damit sich die Mauersegler gut fortbewegen können und nicht rutschen.

Im hinteren Teil des Nistkastens (dunkelsten Platz) kann man zusätzlich einen Bereich von ca. 12cm x 12cm durch 2cm hohe Leisten abteilen, in den man einen Grasknoten, geformt aus trockenem Gras, einlegt. Auch kleine Federn sind als Nistmaterial für die Mauersegler sehr gut geeignet und können im Nistplatz angeboten werden. Die Mauersegler verkleben dieses Material mit ihrem Speichel an der Unterlage. Dies erleichtert den Seglern den Bau ihre Nestes, spart Zeit, da sie Nistmaterial nur im Flug aufnehmen.

007Die aus Holz gefertigte Nistmulde wurde hier von den Seglern nicht angenommen, vermutlich weil sie nicht im hinteren Teil des Kastens platziert war. Sie haben direkt davor eine eigene Nistmulde gebaut.

008Ein Naturnest von Mauersegler aus sehr vielen Federn und Halmen gebaut, ein kleines “Kunstwerk”.

grasknotenAuch solche selbst gefertigten Grasnoten können gut in ein Mauerseglernest eingelegt werden. Angetrocknet haften sie mit Holzleim. Immer am gegenüberliegenden Eck vom Einflugloch anleimen.

Die Vorderfront mit Einflugloch: Wenn sie schräg nach unten zeigt, können die Segler noch besser anfliegen. Gleichzeitig bietet das einen kleinen Schutz vor Staren, vor allem wenn das Einflugloch länglich ist.

009Nach meinen Erfahrungen wird helles Holz bevorzugt, bzw. die Kästen werden schneller angenommen. Ausserhalb der Mauerseglersaison wird der Einflug verschlossen.

 

Wer Mauersegler ansiedelt sollte daran denken, dass bei anstehenden Haus- und Dachsanierungen auf die Vögel Rücksicht genommen wird. Solche Arbeiten müssen dann ausserhalb der Brutzeit satt finden. Bei angemieteten Häusern und Wohnungen ist das besonders zu berücksichtigen und mit dem Hauseigentümer abzusprechen. Von September bis Mitte April ist eine Renovierung dann problemlos durchzuführen.

Stand Dezenber 2016