Das Mauerseglerfutter

Egal welchen Vogel man pflegt, immer muss die erste Frage lauten: was fressen die Tiere in der Natur?  Beim Mauersegler ist es ausschliesslich Luftplankton. Damit sind wir vor eine schwierige Aufgabe gestellt, denn Luftplankton in großen Mengen zu bekommen ist schlicht unmöglich.

Wer gerade geschlüpfte Mauersegler zur Aufzucht bekommt, sollte sich allerdings die Arbeit machen, die ersten Tage nur Wiesenplankton an den Mauersegler zu verfüttern. Das Plankton muss von unbehandelten Wiesen gesammelt werden (Kescher).

Zur Not geht es auch mit selbstgezüchteten frischtoten Heimchen, die natürlich bestens gehalten werden. Als Zusatzfutter sollten Fliegen und wenig Drohnen oder Wachsmotten gefüttert werden.

Abwechslungsreiches Insektenfutter  –   kein Trockenfutter

 

Für ältere Mauersegler besteht das Futter aus Heimchen, Drohnen oder Wachsraupen und Fliegen. Auch Buffalos können verfüttert werden, besonders geeignet sind die Käfer der Buffalos.  Ebenso können Steppengrillen verfüttert werden. Zweifleckgrillen vertragen die Mauersegler nicht, es kommt zu Durchfallerscheinungen. Bei großen Insekten sollten die Beine entfernt werden.

Heimchen können Sie als Station günstiger bei ihrem Futtermittellieferanten bestellen, wenn sie diese in großen Mengen abnehmen. Drohnen gibt es beim Imker kostenlos, ab Juli allerdings haben die meisten Imker keine Drohnen mehr. Wie Drohnen “verarbeitet” werden, wird später noch erklärt.
Wer Drohnen verfüttert, sollte nicht zusätzlich noch Wachsraupen reichen, dann wird der Fettanteil im Futter zu hoch, ACHTUNG Gefahr von Gefiederschäden!

Sehr gut kann man auch die Wachsmotten verfüttern, ihr Fettgehalt ist niedriger, sie können auch an kleinste Segler gereicht werden.

Soldatenfliegenlarven können ebenfalls als Zusatzfutter gereicht werden.

Einseitige Ernährung vor allem mit gefrosteten Heimchen führt oft zu  Vitamin B Mangelerscheinungen. Füttern Sie ihren Segler abwechslungsreich, der Hauptanteil der Nahrung sollte aber aus Heimchen oder Wiesenplankton bestehen.

Geben Sie  unbedingt zusätzlich ein Vitamin B Komplex Präparat alle 2-3 Tage über das Futter um dem B-Mangel vorzubeugen.

Hinzu kommt ein Vitaminpräparat.: Korvimin haben manche Tierärzte vorrätig, vielleicht können sie dort eine kleine Menge kaufen. Futterinsekten sind im Internet günstiger zu bestellen, als beim Zoofachhändler.

Wenn Sie 1000 mittlere Heimchen bestellen sind das ca. 125g

Bei 500 großen Heimchen ebenfalls ca. 125 g

500 mittlere Heimchen wiegen ca. 55-65 g

Erkundigen Sie sich, wie lange der Mauersegler in Menschenhand verweilen muss, für einige Tage lohnt eine Bestellung im Internet nicht.

Wachsraupen bestellt man lebend, sie kommen in Dosen in denen ca. 70-80 Stück enthalten sind, in unterschiedlichen Größen. Entnimmt man sie bei einer Größe von ca 1,5 cm, so wiegen sie pro Wachsraupe ca. 0,15 g. D.h. ca. 75 Wachsraupen wiegen ca. 11g. Für 40g Wachsraupen braucht man also 4 Dosen, dabei unbedingt darauf achten (bei der Bestellung erfragen), dass kein Zuchtansatz geliefert wird. Das bieten viele Futtermittelhändler an, es dauert dann aber mindestens 3 Wochen bis die Raupen gewachsen sind. Mehr zu den Wachsraupen wird später noch erklärt.

Nachfolgende Bilder der aufgeführten Insekten : So sollten sie aussehen. Wenn tote, schwarze Tiere im Futter sind, müssen diese unbedingt aussortiert werden. Stinkt das Futter gar, die Tiere sind miteinander verklebt, größtenteils tot bei Ankunft, dann ist dieses Futter nicht mehr verwertbar, darf auf keinen Fall verfüttert werden,  der Mauersegler würde erkranken und vermutlich sterben.

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Gut gehaltene Heimchen riechen nussig

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Mittlere bis kleine Heimchen, in einem Aquarium untergebracht, das oben abgedeckt ist, da sie gut springen können. Diese Zucht stammt aus dem Winter, Rapsblätter dienen als Feuchtfutter (ungespritzt).
An Mauersegler im Alter von 20 Tagen und mehr, kann man diese Heimchen mit Beinen verfüttern. Die Beine sind noch nicht so spitz und hart. Heimchen werden, wenn man sie in den Kühlschrank stellt sehr träge, man kann sie dann gut entnehmen. Zum verfüttern sollten sie aber auf jeden Fall Raumtemperatur haben.

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Buffalos

 

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Wachsraupen

Wachsraupen in veschiedenen Größen. Die kleinsten sind 0,5 cm groß, sie können auch lebend verfüttert werden. Hierzu lege ich sie vorher in einen feuchten Behälter, sie werden dann sehr träge.

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Wachsmotten

 

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So sieht ein Stück einer Wabe vom Imker aus. Einige der Drohnen sind noch nicht gedeckelt, oben links zu sehen. Gut durchfrostet kann man die Wabe auseinander brechen und die Drohnen entnehmen. Wachs muss dabei entfernt werden. Hier sieht man gut die verschiedenen Entwicklungsstadien der Drohnen. Am liebsten mögen Mauersegler die hellen, schon zur Drohne entwickelten mit rosa/lila Kopf. Dunkle fast völlig entwickelte Drohnen nehmen sie hingeben nicht gerne an. Man kann sie aber nach dem kochen zerkleinert unter das Futter mischen. Die Drohnen werden mindesten zwei,  Drohnen die von der Varoamilbe befallen sind,  5 Minuten gekocht. Diese Milben sind als kleine rote Punkte auf der Drohne zu erkennen. Sie übertragen Krankheiten, von denen nicht bekannt ist, ob sie auch für Vögel gefährlich werden können. Die Drohnen sollte man auf einem Haushaltspapiertuch trocknen.

Man kann aus allen Insekten einen Futterbrei herstellen, die Insekten werden dazu gefrostet kurz gemahlen. Mit ein paar Drohnen vermengt lassen sich Futterballen in verschiedenen Größen herstellen. Hierbei werden natürlich Handschuhe getragen.

Vor der Verarbeitung der Nahrung und auch zwischendurch muss unbedingt auf Hygiene geachtet werden. Die Hände müssen vor der Zubereitung der Futterballen noch einmal gründlich gewaschen werden, wer einen kranken Mauersegler versorgt oder gar selber eine Infektion hat, sollte dazu ein Sterilium aus der Apotheke verwenden. Abgekochte Insekten sind länger haltbar als tote, unbehandelte. Diese verderben sehr schnell (30 Minuten), gekocht kann man sie im Kühlschrank in Folie verpackt gut 5-6 Stunden aufbewahren. Durch das Abkochen gehen zwar Vitamine verloren, bei nicht selbst gezüchteten Futtertieren halte ich es aber für notwendig, um Infektionen zu vermeiden.

 

 

Stand Dezenber 2016