Anforderungen zur Ansiedlung

Nistplätze für den Apus apus

Grundsätzliche Voraussetzungen für eine erfolgversprechende Ansiedlung:

  • auf keinen Fall in südlicher Lage anbringen, bei anhaltender Hitze kommt es sonst zu Totalausfällen durch Überhitzung im Nistplatz.
  • der Kasten sollte in einer Höhe von mind. 4m angebracht werden, auch wenn Mauersegler in ihrer Not niedrigere Kästen annehmen.
  • ein freier Anflug muss gewährleistet werden, Bäume evtl. zurück geschnitten werden, falls sie mit den Jahren zu hoch werden und den An-/Abflugflug stören.  Wichtig ist das vor allem für den Jungfernflug der Jungsegler, hier kommt es sonst schnell zu Bruchlandungen  mit ungewissem Ausgang.
  • Am Haus darf kein Efeu oder anderes Klettergewächs ranken, dass Prädatoren (Marder, Wiesel etc.) den Zugang zum Nistplatz ermöglicht.
  • der Kasten sollte Mindestmasse erfüllen, mehr dazu auf den nächsten Seiten.

 

Die Mauersegler kehren Ende April/Anfang Mai aus ihren Winterquartieren zurück um bei uns zu brüten. Die ersten Ankömmlinge suchen sofort ihren alt angestammten Nistplatz auf. Ist dieser nicht mehr vorhanden oder von einer anderen Vogelart besetzt, weichen sie auf andere bekannte, noch freie Mauersegler Brutplätze aus.. Wenn die der Kolonie bekannten Plätze belegt sind, kommt es teilweise zu erbitterten Kämpfen mit bis zu tödlichem Ausgang.

Mauersegler sind Kolonienbrüter

Die Kolonie befindet sich nicht nur an einem Haus, sondern in der näheren Umgebung.

Für die Ansiedlung bedeutet das: Ist eine Kolonie an den Nachbarhäusern vorhanden, wird die Besiedlung der angebotenen Mauersegler Nistplätze recht rasch erfolgen.

Bei schönem Wetter ist die Kolonie morgens, von 6 Uhr bis ca. 9 Uhr und abends ab 19 Uhr bis ca. 21 Uhr, im Juli auch länger, bei den sogenannten Screaming Partys zu beobachten. Dabei werden alle bekannten von den Mauerseglern besetzten Brutplätze angeflogen und gleichzeitig wird nach neuen Plätzen Ausschau gehalten.

Da die Zahl der alten, nicht sanierten Häuser immer mehr abnimmt, sind die Mauersegler heute fast überall auf künstlich geschaffene Nistplätze, meist in Form von Nistkästen angewiesen.

Dort wo nach Haussanierungen keine Nistkästen oder andere Nistmöglichkeiten für den Mauersegler angeboten werden, gehen die Bestände kontinuierlich zurück.

In ihrer Not nehmen die Mauersegler leider auch kaum geeignete Plätze an. Unter Dachziegeln, in südlicher Richtung gelegen, herrschen bei Hitze unerträgliche Temperaturen bis weit über 50 Grad Celsius. Die Jungsegler suchen nach Abkühlung, sie klettern aus dem viel zu heißen Nistplatz heraus und stürzen ab. Auch Nistkästen in südlicher Lage angebracht, die der Sonne schutzlos ausgesetzt sind, sind für Mauersegler auf keinen Fall geeignet. Tausende von jungen Mauerseglern kommen so jedes Jahr bei anhaltender Hitze ums Leben oder verletzen sich.

Wir sollten die Zahl der Findlinge nicht zusätzlich erhöhen und bei der Schaffung von Nistplätzen auch an die Sicherheit der Jungvögel denken. Viel zu enge Bruträume werden mittlerweile von den Seglern als Nistplatz angenommen. Auch hier kommt es zu Gefiedefekten, die Jungvögel reissen sich ihre Schwungfedern aus, bleiben hängen.

 

Stand Dezenber 2016